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Zahnprobleme oder der Weg nach Kompong Cham (Kambodscha)

c/o Kim Srun Guest House, Kompong Cham

Mitunter plagen mich schon seit Tagen heftige Zahnschmerzanfälle. Ich verließ Sihanoukville vorgestern mit einem normalen Bus auf der wohl besten Strasse Kambodschas, die zwischen den Kardamon- und den Elefantenbergen hindurch Richtung Phnom Penh fuehrt. Ausnahmsweise gab's auf der ersten Hälfte der Strecke keine Reisfelder zu sehen, sondern links und rechts dicht bewaldete Berge und ansonsten meist Obstplantagen, Ölpalmenplantagen oder Rodungsland. Der Bus hielt hinter einem Pass und man konnte sich dort mit zurecht gemachten Stücken von Mangos, Ananas und Jackfruit eindecken. Das war lecker!

4 Stunden dauerte die 3-Dollar-Fahrt, dann war ich wieder in Phnom Penh und stieg diesmal naeher an der Riverside im Okay Guest House ab. Typische Travellerherberge!

Zuerst fuellte ich meinen Bestand an Tabletten mit dem Wirkstoff Ibuprofen auf. Es war kein Problem, gleich in der erstbesten Apotheke die Tabletten zu bekommen. Habe fuer 2 Dollar gleich 100 Stück gekauft, so dass sie in zulässiger Hoechstkonzentration 16 Tage reichen. Ob allerdings diese Problemlösungsstrategie ausreicht, ist natürlich fraglich. Ich hatte diese Tabletten mal von meinem Zahnarzt verschrieben bekommen, als ich Zahnschmerzen hatte, er aber nichts fand. Der Wirkstoff wird bei rheuma- und allergiebedingten Schmerzen oder bei Gicht eingesetzt. Von den paar Schmerzmitteln, die ich mit hatte, war es das einzige was zu helfen schien.

Jetzt gilt es abzuwarten. Ich habe mir durchaus schon flüchtig einige einsehbare Zahnarztpraxen hier in Kompong Cham angesehen. Aber da traue ich mich noch nicht hin, auch wenn es wohl fortschrittlicher zugeht als kürzlich im Kinofilm "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" zu sehen war. Dort mußte die Gehilfin den Bohrer des Arztes mit Pedalkraft antreiben und der Patient musste selbst das Zinn mitbringen, um anschliessend das "Loch" damit auszugiessen. Jedenfalls dürfte es bei mir kein einfaches "Lochproblem" sein, da ich einerseits vor der Reise beim Zahnarzt war und außerdem in der Zahnregion alles überkront und überbrückt ist. Das ist auch der Grund, weshalb ich noch einen Zahnarzt meide - ich befürchte, er sieht einfach nichts bzw. hat nicht die diagnostischen Geräte, eine sichere Diagnose zu stellen.

In Phnom Penh kaufte ich noch zufällig 2 Schachteln indonesische Nelkenzigaretten, nach denen ich schon seit Wochen Ausschau gehalten habe. Auf der Uferpromenade ist so einiges los, wenn es dunkel wird. Auch Käfer, Singvögel etc. wurden dann dort verkauft.

Nach dem Frühstück mit Baguette, Lemon-Pfannkuchen, Kaffee und Banana-Shake fuhr ich von Phnom Penh gestern wieder mit einem normalen Bus 120 km in nordöstliche Richtung. Auf dem Weg nach Kompong Cham kommt man auch an der Ortschaft Skun vorbei, die bekannt ist für die grossen schwarzen Spinnen, die hier und in der näheren Umgebung als Leckerei angeboten werden. Naja, man muss ja nicht alles probieren. Ich begnügte mich damit, im Bus zuzugucken, wie direkt vor mir ein kleines Maedchen eine handtellergrosse tote, starre Spinne an einem Bein gepackt hielt und an einem anderen Bein knabberte. Tja, Photos wird es hiervon nicht geben, denn mein Photoapparat war unzugänglich im Rucksack verstaut.

Kompong Cham liegt am Mekong River. Eine nette kleine Stadt. Vom Guest House hat man direkt einen Blick ueber den Mekong, auf dem meist einige Dutzend Fischerboote unterwegs sind.



>Boote auf dem Mekong bei Kompong Cham<


Gestern funktionierte andernorts das Internet wieder nicht. Ich kaufte dann einige Fische am Spiess am Markt. Komisch, diese "Mini-Fischbratereien" habe ich schon häufig gesehen, aber sie bieten nirgendwo Stühle zum Sitzen an.



>Saftpressen im Angebot auf dem Markt in Kompong Cham<

Heute hatte ich wieder eine 8-Dollar-Mopedtour verabredet. Es war ziemlich heiss. 34 Grad, 45 % LF habe ich um 14 Uhr gemessen. Wir fuhren zuerst zur Chup-Kautschuk-Fabrik. Die Kautschuk liefernden Bäume habe ich zwar schon häufig auf anderen Reisen gesehen, aber den Herstellungsprozess noch nie. Es stank in der Fabrik mitunter wie in einer Kläranlage.



>Streckenweise eine ziemliche "Schweinerei" in der Kautschukfabrik<


Man sah Wasch-, Zerreiss-, Press- und Trockenprozesse, Fliessbänder und Fällbecken, bis am Ende gelbe 36 kg schwere Kautschukblöcke fuer den Verkauf bereit gestellt werden.



>Ein fertiger Kautschukblock<


War interessant, aber eine echte Führung wäre nur in französisch möglich gewesen, und das ist in meinem Fall sinnlos.

Wir fuhren dann weiter auf eine Mekong-Insel, weil dort Tabak angebaut wird und ich das sehen wollte.



>In einem Tabakfeld mit meinem Motorbikedriver<


Man sah nur die Felder und Pflanzen (wohl nur für Raucher interessant). Die Bambusbrücke über den Mekong-Seitenarm war auch noch interessant.



>Die Bambusbrücke zur Mekong-Insel<


Anschliessend ging es weiter zu einigen Tempeln, teils alte, teils neue auf Hügeln.



>Wat Nokor<




>Blick vom Phnom Srey zum Phnom Proh, im Vordergrund die typischen Riesenschlangen, die als Geländer auf die buddhistischen Heiligtümer führen<


Das war wieder harte Arbeit, gegen Mittag diese Treppen nach oben zu bewältigen. Aß dort eine ganze Pomelo (ähnlich Grapefruit).

Ansonsten war ich noch auf dem Markt. Brauchte unbedingt einen neuen Reisewecker und Haarwaschmittel (letzteres war teurer!).


Morgen fahre ich voraussichtlich mit einem Schnellboot mekongaufwärts nach Kratie weiter.

3.2.04 11:23
 



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